Presse

Morus 14-Info, Ausgabe 2/2008


Westfälische Nachrichten am 2. Juni 2008


Die Tageszeitung berichtet am 31. Mai 2008 über den Sprachenrekord
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Neues Deutschland 24.05.2008

»Wir können auch ganz anders«

Bis zum 1. Juni Lesewochen im Berliner Problem-Bezirk Neukölln

Von Tobias Riegel

Hakan schiebt seine Sonnenbrille auf die Stirn und macht es sich auf einem Abgeordnetenplatz bequem. Im Rathaus von Berlin-Neukölln herrscht konzentrierte Atmosphäre. Über Lautsprecher werden in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) die Äußerungen von der Rednertribüne übertragen, hinter der auf großen Wandteppichen das Berliner und das Bezirkswappen prangen. Auf den ersten Blick alles normal – nur antwortet heute kein Stadtrat auf Kleine Anfragen, und im Plenum haben sich Bürger des Bezirks niedergelassen. Auf dem Stuhl des Vorsitzenden sitzt die Nachwuchsautorin Tanka Ticker und liest ihre Kurzgeschichte »Zu heiß«.

Es ist Halbzeit bei den »Wochen des Lesens und der Sprache in Neukölln«, einem Mammut-Projekt, während dem in dem Viel-Völker-Bezirk noch bis zum 1. Juni etwa 20 000 Menschen an 450 Veranstaltungen teilnehmen werden. Dort wird rezitiert, geschrieben oder »Slam-Poetry« betrieben. Laien und Profis lesen Eigenes oder Klassiker, auf Bühnen oder Straßenfesten, in Arztpraxen oder in U-Bahnhöfen.

Mehr als Gruselfaktor bei Buspauschalreisen

Auch Hakan schreibt Texte. »Früher konnte ich die im Jugendzentrum auf Hip-Hop-Beats singen und eigene Lieder produzieren«, erinnert sich der hochgewachsene 19-Jährige, der türkische Eltern hat, aber in Neukölln geboren ist. Doch dann wurden dem Jugendprojekt die Mittel gestrichen. Hakan zeigt enttäuscht auf die Plätze der Stadträte. Denn seit der Schließung des Treffs ist er einer der Jugendlichen, wegen denen Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) privaten Wachschutz vor Neuköllner Schulen aufstellte – weil Hakan keinen Ort mehr hatte, wo er kreativ sein konnte, hing er oft an seiner alten Schule rum. »Für Wachschutz haben sie Geld, aber radiomultikulti und Jugendzentren machen sie zu«, schimpft er .

Buschkowsky wiederum, der den Lesewochen als Schirmherr dient, hofft, dass es »immerhin bei dem einen oder anderen ›Klick‹ macht, und er oder sie sich sagt: Ich hole mir jetzt den Leihausweis für die Bibliothek«, so der Bezirksbürgermeister bei der Eröffnung der Aktionswochen. »Neukölln hat außerdem mehr zu bieten, als den Gruselfaktor bei der Buspauschalreise. Und hinter den Horrorschlagzeilen, können wir auch ganz anders«, so Buschkowsky, der selber vor einiger Zeit mit der These »Multi-Kulti ist gescheitert« durch Medien und Politik polterte. Hakan hat zwar keinen Bibliotheksausweis, »aber über meine Rap-Texte beschäftige ich mich viel mit Sprache«. Ob die Songs einen Wortschatz aufweisen, der jenseits der Jugendkultur bestehen kann, ist eine andere Frage.

»Ich habe mir das Thema ›Arbeitswelt‹ ausgesucht«, erzählt Autorin Ticker in der BVV. Die gebürtige Neuköllnerin hat für ihre Lesung Interviews mit jungen Neuköllner Arbeitslosen von 1976 ausgegraben und in schönstem Berliner Slang »verdichtet«, wie sie es nennt. Schon damals also hatte der Bezirk mit dem heute größten Jobcenter Deutschlands Probleme mit Jugendarbeitslosigkeit. Die Geschichte von Klaus und seinem vergeblichen Aufnahmetest bei der Polizei interessiert auch Hakan. »Seit der Schule bin ich nicht zu einem einzigen Bewerbungsgespräch eingeladen worden.«

Zu Hause gab es nur den Koran

Dieses unter den etwa 600 000 Einwanderern aus über 180 Nationen in Berlin verbreitete Problem sollte man mit sehr guten Deutschkenntnissen angehen, meint die türkischstämmige Autorin Hatice Akyün, die während des Projektes gleich zehn Mal liest und der Publikumsliebling der Lesewochen ist. »Ich bin hier zwar nicht aufgewachsen«, so Akyün. »Aber mein Heimatbezirk Marxloh ist das Neukölln von Duisburg.« Sie wolle ein Vorbild sein für Kinder, die wie sie in Haushalten aufwachsen, in denen nur Türkisch gesprochen wird. Deshalb liest sie auch an fünf Schulen in dem Bezirk, in dem mit 66 000 Zuwanderern über 20 Prozent keinen deutschen Pass besitzen. »Ich musste als ich jung war Eigeninitiative ergreifen und mir Literatur beim Bücherbus ausleihen. Zu Hause gab es nur den Koran«, so Akyün, die sich dennoch nicht von ihrer Herkunft entfremdet fühlt. Beim Eröffnungsfest der Lesewochen appellierte sie leidenschaftlich an die türkische Gemeinde: »Deutsch zu lernen heißt nicht, seine Tradition zu verleugnen, sondern sein Leben zu bereichern – beruflich und privat!«

Kazim Erdogan, der Erfinder und unermüdliche Motor des Projektes, das in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindet, ergänzt, dass im multi-ethnischen Neukölln die Pflege der Sprache besonders wichtig sei. »Es gibt hier aber viele Familien, deren Wortschatz beschränkt sich auf 400 Worte«, so Erdogan. »Das wollen wir mit unserem Projekt ändern.«

Hakan kann dann aber doch nicht allzu lange stillsitzen und zuhören. »Da gehe ich lieber selber was schreiben«, sagt er nach einer halben Stunde. Außerdem scheint draußen auf der Karl-Marx-Straße die Sonne. Prompt stößt er dort aber mit einem tätowierten Junkie mit Spiegelsonnenbrille zusammen. Der lungert mit ungefähr zehn Leidensgenossen auf dem Bürgersteig gegenüber des Rathauses herum. Mit einem Fluch auf den Lippen drängelt sich Hakan an der Gruppe vorbei. »Wenn die Polizei in Kreuzberg mal wieder durchgreift, stehen sie eben eine Weile hier herum«, sagt er kopfschüttelnd. Andererseits hat er natürlich Verständnis für alle, die auf der Straße herumhängen müssen. »Damit es in Neukölln ›Klick‹ macht, sollte Buschkowsky vor allem keine weiteren Treffpunkte schließen.«



Der Tagesspiegel am 20. Mai 2008

Bericht auf der Webpräsenz „Reporter positiver Nachrichten“ am 19. Mai 2008
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rbb Abendschau am 18. Mai 2008
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rbb Inforadio am 16. Mai 2008
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TV Berlin am 16. Mai 2008
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Der Tagesspiegel am 16. Mai 2008

Die Tageszeitung junge Welt am 16. Mai 2008
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Artikel in der Ausgabe 2008-11

Die Tageszeitung Berliner Morgenpost berichtet am 15. Mai unter der Überschrift „Prominente lesen im Problemviertel“ über die Wochen der Sprache und des Lesens in Neukölln 2008.
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rbb Abendschau am 14. Mai 2008
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Sachsen Fernsehen am 14. Mai 2008
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Charivari – Ein Münchener Radiosender 14. Mai 2008
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Das türkischsprachige Nachrichtenportal ha-ber.com berichtet unter der Überschrift „OKUMA HAFTALARI TANITILDI“ über die Wochen der Sprache und des Lesens in Neukölln 2008.
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Die Tageszeitung Neues Deutschland berichtet am 15. Mai unter der Überschrift „Ein Bezirk im Zeichen des Buches“ über die Wochen der Sprache und des Lesens in Neukölln 2008.
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PR-inside berichtet am 14. Mai über die Wochen der Sprache und des Lesens in Neukölln 2008.
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trading-house-net berichtet am 14. Mai über die Wochen der Sprache und des Lesens in Neukölln 2008.
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freiepresse.de berichtet über die Wochen der Sprache und des Lesens in Neukölln 2008.
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@BerlinOnline berichtet am 14. Mai über die Wochen der Sprache und des Lesens in Neukölln 2008.
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ad•hoc•news berichtet am 14. Mai unter der Überschrift „ Gemeinsam gegen Sprachlosigkeit“ über die Wochen der Sprache und des Lesens in Neukölln 2008.
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ad•hoc•news berichtet am 11. Mai über die Wochen der Sprache und des Lesens in Neukölln 2008.
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Das multikulturelle Frauenmagazin Gazelle berichtet in der Online-Ausgabe über die Wochen der Sprache und des Lesens in Neukölln 2008.
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Berliner Lehrerzeitung Nr. 1 / 2008

Gropi On Air - Jugendradio aus der Gropiusstadt, Berlin-Neukölln hat die Macher der Wochen der Sprache und des Lesens in Neukölln interviewt.
Zum Anhören auf das linke Logo klicken.

„walter“ - Nachrichten aus der Gropiusstadt schreibt in der Ausgabe April 2008:
Wochen der Sprache und des Lesens in Neukölln 2008

Wann: 18. Mai bis zum 1. Juni

Wo: im gesamten Bezirk Neukölln

In diesem Zeitraum werden überall im Bezirk, in Bahnhöfen, Wartezimmern von Arztpraxen, im Rathaus, in Cafés, Parks, Schulen, Kindergärten usw. Lesungen, Schreibwettbewerbe, Theateraufführungen, Konzerte stattfinden.

Am 22. Mai wird der BVV-Saal zur Lesebühne. Von 11 - 19 Uhr werden hier Autoren aus ihren Werken lesen, u.a. der Neuköllner Krimiautor Horst Bosetzky, Hatice Akyün (Einmal Hans mit scharfer Soße), Mely Kiyak (10 für Deutschland), Maja Wiens (Jetzt erst recht), Thilo Köhler (Comedian Harmonists), Gregor Tesnow (Knallhart), Seyran Ates (Der Multikulti-Irrtum), Monika Maron (Ach, Glück), Amal Aljubouri, Zafer Senocak, Salli Sallmann u.v.a.

Neben den Autoren werden auch Prominente wie der Europapolitiker Cem Özdemir und Privatpersonen aus dem Bezirk und der gesamten Stadt aus ihren Lieblingsromanen, aus Zeitungen oder eigenen Tagebüchern lesen - und das in vielen verschiedenen Sprachen.

Organisiert werden die Lesewochen vom gemeinnützigen Verein Aufbruch Neukölln e.V., der Initiative für ein noch besseres Neukölln und den Psychosozialen Diensten Neukölln. Die Wochen der Sprache und des Lesens in Neukölln 2008 finden unter der Schirmherrschaft des Neuköllner Bezirksbürgermeisters Heinz Buschkowsky statt.

Zum Abschluss der Sprachwoche am 1. Juni werden wir versuchen, einen Sprachen- und Leserekord aufzustellen.


N+ Neuköllner Bürgerstiftung ruft auf ihrer Webseite zum Mitmachen auf.
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Berliner Lehrerzeitung Nr. 1 / 2008

Medienpartner:




Die Wochen der Sprache und des Lesens in Neukölln 2008 werden unterstützt von:


Initiative für ein noch besseres Neukölln














Duran Korkmaz

Chamisso-Initiative e.V.




Verbundträger NW
Vielfalt e.V.
Jakus e.V.
Familien e.V.
Diakonie Oberspree

Kazim Erdogan



SPD Neukölln

Erol Dermitas




Die Linde e.V.